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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sampling am motif ES 8



hasso
05.11.2003, 0:12
Moin!

Kurze Frage: Muß ich erst ein Doppelpack DIMMs einbauen, damit ich sampeln kann?
Achja, noch eine Frage: Kann ich eigentlich auch vollkommen "neue" Sounds (außer Sample) -- quasi aus einem nackten Dreieck -- generieren? Oder muß ich mir dann doch noch etwas anderes zusätzlich zum Motif Es besorgen??

Wie Ihr merkt, bin ich auf dem Synthi-Gebiet noch ein echter Frischling (hab mit nem Technics KN 1200 angefangen...).

Thx, Hasso

ProfSynth
05.11.2003, 9:31
Ja, es müssen zunächst DIMMs eingebaut werden, um die Sampling Funktionen nutzen zu können.
Im Voice-Mode können Sounds von Grundauf neu erstellt werden. Das kann am Gerät direkt oder mit dem mitgelieferten Voice Editor erfolgen.
Zu beginn der Editierung den JOB - F1 INIT "Initialize Current Voice" ausführen. Danch EDIT und mit TRACK SELECT das Element 1 zur Bearbeitung anwählen.
Dann F1 OSC - WaveNo.0652 TriWave anwählen - und los geht's...

ProfSynth

Xenox.AFL
05.11.2003, 14:21
Wieviel verschiedene Wellenformen gibts im Motif ES ohne Drums...! http://forum.yamaha-europe.com/images/old-ubb/graemlins/wink.gif
Frank

ProfSynth
05.11.2003, 14:28
896!

Xenox.AFL
05.11.2003, 14:34
Ohne drum sounds?? Puhhh, das geht! http://forum.yamaha-europe.com/images/old-ubb/graemlins/wink.gif

Frank

hasso
07.11.2003, 12:31
Moin ProfSynth!

Danke für Deine schnelle Antwort. OK, das heißt ja für mich, dass ich mir die DIMMs schnellstmöglich besorgen muss.

Das mit dem INIT zum Editieren einer komlpett neuen Voice werde ich auch gleich mal ausprobieren -- danke!

Aber ist denn nicht so, dass man beim Motif ES grundsätzlich auf einer vorhandenen Preset-Voice aufbaut? Was ich meine: Kann ich -- rein theoretisch -- auch den nackten Sägezahn zur Voice machen (so wie früher beim analogen Synthi)?

Gruß

Hasso

Xenox.AFL
07.11.2003, 12:34
ähhh,

die Init Voice ist meistens ein Sounds wo alle parameter sozusagen auf "0" gestellt sind, da ist es egal ob Du eine nackte SAW Wellenform nimmst und daraus einen sound machst oder eine andere Wellenform, Du wirst w[beep][beep][beep][beep][beep]einlich beim Init Sound die erste Wellenform im speicher bekommen, mit welcher DU anfängst zu editieren bleibt Dir überlassen, wird bestimmt auch irgendein Piano sein, die erste Wellenform?! http://forum.yamaha-europe.com/images/old-ubb/graemlins/smile.gif

Frank

ProfSynth
07.11.2003, 13:21
Was Xenox.AFL sagt, ist im Prinzip richtig.
Die Parameter werden zwar nicht auf "0" gesetzt, aber auf sinnvolle Ausgangseinstellungen, bei denen die angewählte Waveform im Rohzustand hörbar ist - also ohne Beeinflussung durch Filter, Hüllkurven, LFO usw.
Beim INIT-Job ist wie Xenox sagt zunächst eine Piano-Waveform angewählt (0001 AP: GrndStSw1). Da Du nach einer Dreieckswelle als Ausgangsbasis gefragt hattest, hatte ich Dir 0652TriWv genannt. Ebensogut kannst Du natürlich jede andere Waveform als Ausgangsbasis verwenden.
Übrigens: Die MOTIF ES Voices basieren nicht auf Preset-Voicses, sondern auf Preset-Waveforms. Das ist ein wichtiger Unterschied. Eine Waveform ist ein Multisample. Eine Voice basiert auf einer oder mehreren Waveforms, die in den Elements mit Filter, Envelopes, LFO usw. zu einem spielbaren Klang geformt werden.

ProfSynth

hasso
07.11.2003, 15:15
Hmmm, das heißt also, ProfSynth, dass ich eine "sinnvolle" Waveform zugrundelege. Z.B. die Piano oder TriWave. Und das sind originale Samples... so weit so klar. Im Prinzip ist dann eine Waveform also nicht nur ein reines, ideales, glattes Dreiecks-Signal (oder sonstiges), sondern enthält bereits Oberschwingungen und eventuelle Anschlaggeräusche ... richtig?

Hasso

Peter_Schips
07.11.2003, 15:20
Tjoah !

So wie das aussieht, kann man sowohl samplebasierende Kombinationen, als auch Bereiche der additiven und subtraktiven Synthese damit erarbeiten. Da dürfte dann wohl eher die Kreativität des Davorsitzers ermüden, als die Möglichkeiten des Gerätes.

Kennt man schon die in etwas Ladezeit, welche man für 512 MB Samplematerial benötigt ?

Gruß/Pedda http://forum.yamaha-europe.com/images/old-ubb/graemlins/laugh.gif

PS: Bei den Ententreterkisten konnte man ja locker den Pizzadienst rufen. http://forum.yamaha-europe.com/images/old-ubb/graemlins/wink.gif

rackerlui
07.11.2003, 15:53
hi,

ein sinus, rechteck oder sägezahn sample ist längst nicht das gleiche wie ein schwingender oszilator.
gruß

ProfSynth
07.11.2003, 18:58
Ein Dreieck enthält keine Anschlaggeräusche, sondern hört sich so an, wie wenn man bei einem Anlogsynth diese Waveform anwählt. Dies gilt ebenso für Sägezahn, Rechteck usw. Natürlich mit der Einschränkung, daß die Oszillatoren nicht frei schwingen. Die Waveforms heißen zwar Oszillatoren - streng genommen sind es aber immer Multisamples. Eine Saw-Wave ist ein Multisample einer Saw-Wave eines anlalogen Synths. Eine Piano-Wave ist eine Multisample eines akustischen Pianos.
Ein Sample-basierter Synth hat in Punkto Reinheit der Klangsynthese immer Nachteile gegenüber einem Analogsynth oder einem virtuell anaolgen Synth. Das hat nie jemand bestritten.
Es sind aber auch deutliche Vorteile vorhanden:
Das Spektrum an Basisklängen ist um ein Vielfaches höher.
Bei Synth-Waves besteht die Möglichkeit, gestackte Waveforms (z.B. mehrere Oszillatoren, Unsion) zu verwenden, wovon beim MOTIF ES rege Gebrauch gemacht wurde.
Mit 4 Elements + den vielfätigen Effekten sind Hybridklänge realisierbar, die mit Analogsynths nicht machbar sind.
Ferner besteht die Möglichkeit, den MOTIF ES mit dem Plug-In Board PLG150-AN noch zusätzlich um einen oder mehrere virtuell analoge Synthesizer zu erweitern

Zur Sample-Ladezeit: 64 MB in 2 Minuten, also 3x schneller als beim Motif 6.

ProfSynth

Xenox.AFL
07.11.2003, 19:15
additiven und subtraktiven Synthese damit erarbeiten.

Wieso additive?! Soweit ich mich erinner funktioniert eine additive Synthese anders. Da moduliert doch eine Wellenform die andere, naja, Wellenform ist ja übertrieben sondern eher eine Sinus-Welle die andere, ca. 32 haste mindestens und, naja, das geht zu tief!

Leider ist ein Yamaha Synthesizer in sachen modulation noch nie so flexibel gewesen wie andere, es gab bis heute bei den Sample player keine Pulseweitenmodulation sowie auch keinen Ringmodulator, wie ich das aus der Keys Ausgabe entnehmen konnte, passierte in diese richtung auch leider nichts beim Motif ES. Schade, dicker minuspunkt in sachen programmierung...! http://forum.yamaha-europe.com/images/old-ubb/graemlins/frown.gif

Frank

ProfSynth
07.11.2003, 19:27
Einspruch Euer Ehren! Bei der additiven Synthese werden Sinusschwingungen addiert, nicht moduliert. Die Modulation von Sinuswellen findet bei der Frequenzmodulation (FM) statt.
Aber Du hast natürlich insofern recht, daß der MOTIF ES nicht über das Feature Additive Synthese verfügt.

ProfSynth

Xenox.AFL
07.11.2003, 19:29
Sorry, hast recht! http://forum.yamaha-europe.com/images/old-ubb/graemlins/smile.gif

Danke..

Peter_Schips
07.11.2003, 20:55
Hi !

Wenn aber eine Sinusbasis vorhanden ist, kann ich diese durch Addition diverser, weiterer Elemente verändern und erhalte somit ein Klanggemisch aus Einzelsinustönen.(Was ja wiederum das Prinzip der additiven Synthese gleich kommt.) Das Prinzip der subtraktiven Synthese via Filter wird sicherlich weitaus umfangreicher sein (typische Tonerzeugung eines Synthesizers), aber grundsätzlich könnte man mit der Addition von Sinustönen im Bezug auf Lautstärke und Tonhöhe ggf. ein sehr abgespecktes System der additiven Synthese angehen. (Eigentlich eher der Gedankengang bzgl. Addition von Sinusfusslagen zur Erstellung eines Klanggemisches.)

Wenn man also Einzelelemente zu einem Sound zusammensetzt, könnte man dadurch ein "nicht-ganz-offizielles" Zugriegelsystem basteln. http://forum.yamaha-europe.com/images/old-ubb/graemlins/laugh.gif

Gruß/Pedda http://forum.yamaha-europe.com/images/old-ubb/graemlins/laugh.gif

PS: Iss auch wurscht, es ist klar was gemeint ist.

Wenn es jemanden interessiert, sagt die Theorie folgendes über das Prinzip der additiven Synthese :

Additive Synthese

Die Grundidee der Additiven Synthese ist die Produktion eines Klanges durch Überlagern von Schwingungen verschiedener Frequenzen. Laut dem Fourier-Theorem lässt sich jedes periodische Signal durch die Addition von Sinusschwingungen darstellen. Der Ton eines harmonischen Instrumentes (z.B. Geige) besteht aus einer Grundschwingung (mit der Fundamentalfrequenz) sowie den Partialtönen mit ganzzahligen Vielfachen der Fundamentalfrequenz, der eines nichtharmonischen (z.B. Schlagzeug) aus der Fundamentalfrequenz und Partialtönen mit vorwiegend nichtganzzahligen Schwingungen.
Ein älteres, sehr bekanntes Instrument, das die Additive Synthese anwendet, ist die Hammond-Orgel. Dabei ist die Zusammensetzung der Frequenzen statisch, die elektromechanische Erzeugung der Töne führt jedoch zu einer "Verunreinigung" der Töne, was dem Instrument die typische Klangfarbe verpasst. Bei einem natürlichen Instrument verändert sich jedoch die Zusammensetzung der verschiedenen Frequenzen mit der Zeit.

Die Anforderungen an ein System zur Additiven Synthese sind hoch, denn es müssen sehr viele Sinusschwingung addiert werden (typischerweise einige Dutzend pro Instrument) und es fallen sehr viel Kontrolldaten an, falls die Amplituden und Frequenzen der einzelnen Schwingungen zeitvariant sind.

hasso
09.11.2003, 16:59
So, moin nochmal!

Ich danke erstmal allen, die hier auf meine Fragerei so geduldig geantwortet haben! Habt ja ne Menge geschrieben, ich werd's auf jeden Fall durcharbeiten und die Tips ausprobieren. Meld mich mit den Ergebnissen wieder!

Ciao Hasso