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Hirschau
27.08.2013, 10:37
Hallo!

Spielen, spielen... nicht immer editieren, das hat Frank (MC) mal geschrieben.

Wenn ich nur für mich spiele, geht kaum ein Stück zu Ende ohne dass ich rumschraube.
Sounds, Effekte oder meine Keybordvoices, nichts ist sicher.

Ist das schon eine Krankheit. hat die sonst noch jemand ? :confused:

Gruß!
Harald

Tobi.S
27.08.2013, 11:32
Hallo Harald,

von einer Krankheit würde ich nicht sprechen wollen,
nicht einmal von einem Spleen oder überhaupt einem
persönlichen Defekt.
Im Gegenteil, ich empfinde das nicht nur als sehr normal,
sondern sogar als eine besondere Art der Kreativität,
wenn man immer wieder Potiential für Verbesserungen
zu sehen glaubt. Selbst dann, wenn es sich zuweilen ins
Gegenteil verkehren sollte, Stichwort: Kaputt-optimiert.

'Panta rhei' wird Heraklit zugeschrieben, alles fließt,
nichts ist fertig. Abschließend ist nur der Tod.

Grüße,
Tobi

dvgk
27.08.2013, 12:37
Hallo,
also für mich ist so etwas undenkbar.
Ich hatte mal in Sürdtirol einen AU erleben dürfen, der ständig - sprich mehrmals pro Song - während das Midi ablief, an seinem Mischpult bzw. Effektgeräten herumgeschraubt.
- Ich mache mir für jeden Song ein Preset.
- Wenn ich das aktiviere, dann ist der Style gesetzt bzw. das Midi - die Lautstärke passt - mein externer Vocalist schaltet entsprechend auf das benötigte Preset.

Da wird nichts mehr angepasst.
Da hätte ich auch gar nicht mehr die Zeit dazu, denn ein wenig spielt man ja doch noch - zumindest ich.

Und die "freie" Zeit nutze ich lieber dazu, um auf das Publikum zu achten.

LG, Kurt

hlag
27.08.2013, 13:49
Hi Hirschau,

kommt immer drauf an. Live schraube ich nur in extremen Notfällen, da muss ich zu Hause schon was fies falsch gemacht haben.

Zu Hause kann man immer mal schauen, obs nicht besser geht. Man (ich zumindest) neigt ja schnell dazu, sich mit ner Arbeitsversion zufrieden zu geben, nach ausreichend oft hören klingt irgendwann alles gut. Nochmal ins Original hören, vergleichen, hören ob's geil klingt, noch mal hören, ob's wirklich geil klingt, noch mal hören, ob's auch dann noch geil klingt, wenn man sich vorstellt, gerade Herrn Collins oder Herrn Lord als Zuhörer beeindrucken zu wollen. Danach ist es möglicherweise ganz ok.

Nicht zu viel machen, immer mehr Effekt klingt immer mehr gut, bis man die Suppe dann am nächsten Tag mit frischen Ohren hört. Für mich muss ne Spur schon trocken knallen. Dann braucht es meist nicht mehr viel.

Für mich muss ich das Gefühl haben, schon beim Midi das zappeln anfangen zu wollen. Da muss erstmal das Fundament stimmen.

Die Fillins müssen rollen, dürfen auch gerne karikativ etwas überzeichnet sein (der Hörer hört sie ja nur einmal), Bass muss stimmen. Die Länge der Bassnoten ist extrem wichtig, davon hängts ab, ob das knackt oder nicht. Wechselbass (Smokie "Living next Door to Alice" zb) ziehe ich die 1 und die 3 bis knapp hinter die Snare. hört der bass vorher auf, klingts synthetisch, dauert er länger, fehlt der Groove. Achtelbass in Rockstücken mache ich immer ne kleine Pause zwischen den Achteln. Gerade soviel, dass man sie nicht hört, dadurch kommt der Ansatz der nächsten Achtel etwas prägnanter.

Bei allem außer bei Balladen (2 am Abend müssen reichen) kurzen und wenig Hall auf die Snare, sonst klingt das Schlagzeug so weit weg. Oder mal nur Early Reflections. Hab das mal bei verschiedenen Stücken ausprobiert, wie das ganz ohne Hall auf dem Schlagzeug kommt. Auf Kopfhörern unerträglich, live klingt das recht direkt. Kommt gut bei Songs aus den 70ern, weniger gut bei moderneren Stücken. Wenig oder kein Hall reduziert die akustische Distanz zum Publikum, hab ich den Eindruck, klingt "live-iger"

Danach tragenden Elementen wenig Hall, Füllmaterial (Flächen) mit etwas mehr. Ziel ist bei mir immer weniger Hall als im Radio. Radio muss im Wohnzimmer (Polstermöbel, Vorhänge) oder Auto gut klingen. Beim Auftritt gibts dann doch meist etwas mehr natürlichen Raumhall.

Gesang und Klampfe auch nur spärlich kurzer Hall. Möglichst so wenig, dass ich ihn für Ansagen nicht ausschalten muss.

Viele Grüße,

Klaus

lipsiandi
27.08.2013, 13:51
Hi miteinander,

...Wenn ich nur für mich spiele...
... beim Gig kannste natürlich nicht rumschrauben! Keine Chance! Aber ansonsten: gehts mir ähnlich. Ich denke mir, dass man seine Stücke mit der Zeit immer aufmerksamer/genauer hört. Zum Beispiel beim kurzen Antesten, wenn ich was drei, vier Wochen nicht spielen musste/brauchte - nach dem Motto "Kannste denn das noch?" Da gibts immer mal den Effekt "Nanu, wie klingt denn das jetzt?" Sachen, die ein Außenstehender nicht/kaum hören würde...
Gruß

Hirschau
27.08.2013, 15:31
......Da wird nichts mehr angepasst.


Aber Hallo....

doch nicht beim Auftritt, da ist es zu spät, natürlich ist sonst alles in Presets.

Harald