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Akustikprobleme im Arbeitszimmer ...

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    Akustikprobleme im Arbeitszimmer ...

    Hallo alle!

    Ich 'backe' als Amateur-Musikant mit meinem Tyros nur kleine Brötchen, möchte aber nun mein helles Arbeitszimmer - ohne Vorhänge an zwei großen Fenstern - auch als kleinen Aufnahmeraum (ca. 30 qm) für eigene Songs nutzen. Der Tyros 2 wird über zwei Bose L1 gespielt, wobei sich bei manchen Sounds (Gitarren, Pianos, Saxophone u.a.) im oberen Frequenzbereich ein störendes Überlagern von Frequenzen einstellt.

    Nun meine Frage an die Profis im Forum:
    Ist die Verwendung dicker Akustikvorhänge und/oder Breitbandabsorber, wie sie auch von speziellen Firmen angeboten werden, in diesem Falle sinnvoll?

    Vielleicht noch einige Hinweise: Das Arbeitszimmer ist rechteckig, an einer Seite sind Bücherregale ..., an den beiden kürzeren die Fenster und eine Tür, um die Fenster sind weitere Buchregale gebaut, die BOSE-Boxen sind im 30°-Winkel zum Spieler ausgerichtet, ein Umstellen brachte keine Erfolge ...

    Im Vorraus schon mal vielen Dank für eventuelle gute Tipps, die vielleicht auch anderen Hobby-Spielern helfen können.

    Wolfgang

    PS: Bei Live-Auftritten mit dieser Anlage gab es nie Probleme ...

    #2
    Hallo Wolfgang,

    eine exakte Beurteilung Deiner Akustik ist ferndiagnostisch nicht möglich.
    Es gibt allerdings einige Punkte, welche man dringend beachten sollte.

    1.) Parallele Wände sind bzgl. Flatterechos immer problematischer, als asymmetrische Räume. (Dachböden, Schrägen, Säulen etc. sind gute Diffusoren.)

    2.) Höhen und Mitten sind mittels Absorber einfacher in den Griff zu bekommen, als tiefe Frequenzen. Bei Aufnahmen gilt es aber den kompletten Frquenzbereich zu berücksichtigen.

    3.) Die Bose Säulen sind für eine Raumbeschallung konzipiert, aber nicht als Abhörlautsprecher für Recordings. Das ist ein NoGo, wenn Du vernünftige Aufnahmen machen willst. (Hier wären Nahfeldmonitore bzgl. Bewertung der Aufnahme und Mischungsverhältnisse anzustreben.

    Alles tot absorbieren ist wenig sinnvoll und akustisch richtig gute Ergebnisse sind i.d.R. immer mit Kosten verbunden.
    Einen professionellen Aufnahmeraum zauberst Du nicht mit ein paar Euro und einer handvoll Absorber.

    Die korrekte Auswahl von Microphon, Aufstellung (Berücksichtigung der Richtcharakteristik, Aufnahme-Hardware (Soundkarte), Absorption, Diffusion und Abhöre spielt immer zusammen. Das Gesamtergebnis Deiner Aufnahme ist also immer ein Summenergebnis sämtlicher technischer, räumlicher und akustischer Voraussetzungen und Deinem Know-How.

    Ich verwende bei meinen Aufnahmen z.B. Absorber Panels von Clearsonic, welche man mobil aufstellen kann und die Aufnahme-Umgebung deutlich trockener bekommt, weniger Störeinflüsse hat und der Rest ist eine Kombination aus Hardware, Raumakustik (Dachwohnung mit vielen Schrägen) und einigen Bass-Traps.

    Das Kernproblem sind:

    - Flatterechos
    - stehende Wellen
    - Störeinflüsse (von außen oder auch technisch begründet.)

    Es gibt also schon einige Punkte, welche es zu beachten gilt.
    Gruß/Peter

    CMS-Sounddesign - Sound- und Drumexpansions, Expansion Freeware, Master CMP und Master EQ Presets, Tips & Tricks, Links zu Fachliteratur uvm.

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      #3
      Hallo Peter,

      zunächst mal vielen vielen Dank für Deine Einschätzung ... Nun ist mir doch einiges klarer geworden - ich werde auch mal die Absorber Panels von Clearsonic testen und melde mich wieder an dieser Stelle.

      Trotzdem noch mal die Frage:

      Hast Du Erfahrungen mit Akustikvorhängen (Molton, Filz usw.) hinsichtlich der Diffusion bzw. Absorption von mittleren und hohen Frequenzen?

      Noch ein Hinweis:
      Komischerweise habe ich in meinem Arbeitszimmer keine Probleme im Bassbereich ...

      Gruß
      Wolfgang

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        #4
        Hallo Wolfgang,

        mir drängt sich da eine grundsätzliche Frage auf:
        Wird ein Vezicht auf die "Wandler" Lautsprecher / Mikrophon generell ausgeschlossen? Abhören kann man ja mit Kopfhörer, und der Einsatz eines Mikros für Vocalaufnahmen sollte da problemlos zu meistern sein.

        Ich habe so schon wiederholt recht ansprechende Aufnahmen hinbekommen.
        Gruß Bernd

        Tyros 4, Fender-Strat, Fender Jazz-Bass (4-Saiter), Sonar und div Midi-Helferlein
        www.bernd-mw.de

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          #5
          Trotzdem noch mal die Frage: Hast Du Erfahrungen mit Akustikvorhängen (Molton, Filz usw.) hinsichtlich der Diffusion bzw. Absorption von mittleren und hohen Frequenzen?
          Jedes absorbierende Material macht den Raum trockener und minimiert somit störende raumgeometrische Einflüsse. Speziell Fenster (Glasflächen) verursachen aufgrund ihrer klangfärbenden Reflexion unschöne Artefakte.
          Ein etwas dickerer Stoff ist schon von Vorteil.

          Noch ein Hinweis: Komischerweise habe ich in meinem Arbeitszimmer keine Probleme im Bassbereich.
          Wenn man bei Microaufnahmen (Gesang) einen Low-Cut bei 100Hz verwendet, hat man nicht so viel störende Einflüsse in der Aufnahme. Hier kann man schon einmal beim "Recording" ansetzen.
          Weitaus problematischer ist dann aber das "Abhören" und beurteilen von Signalen (primär im Bassbereich), da gerade bei kleineren und rechteckigen Räumen stehende Wellen (Raummoden) enorme Auswirkungen haben können.

          Es gibt zwei kleine Videos, welche durchaus gute Erläuterungen geben:

          1.) .youtube.com/watch?v=ZOZGCPAMVps (www. davor setzen)
          2.) .youtube.com/watch?v=2xliwZAK5Cg (www. davor setzen)

          LG/Peter

          PS: Bei Gesangsaufnahmen im Hobbyraum oder Arbeitszimmer ist es immer sinnvoll, wenn man diesbzgl. einen "geschlossenen Kopfhörer" bei der Aufnahme verwendet. Alles andere ergibt nur große Probleme und unzureichende Ergebnisse. Den "Recording-Bereich" und der "Abhör-Bereich" gilt es diesbzgl. zu trennen.

          PSPS: .... "Link" zur Freeware Audio Analyse und Meß-Software ! >>> http://www.audionet.de/apps/carma/
          Gruß/Peter

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