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Clavinova - Höreindruck zur Musikmesse 2018

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    Clavinova - Höreindruck zur Musikmesse 2018

    Hallo an alle Digital Piano Besitzer / Begeisterten,
    würde gerne mal Eure Meinungen dazu wissen.
    Zum Hintergrund: War auf der Musikmesse in Frankfurt und habe diverse Digital Pianos, hauptsächlich Yamaha, aber auch andere Hersteller angehört. (Casio oder auch Gewa haben schon etwas aufgeholt, mir persönlich gefallen Yamaha und Kawai immer noch am besten). War vorher schon einige Male im Musikgeschäft und hab meine Erfahrungen ergänzt. Ich möchte ausdrücklich betonen, dass ich KEIN guter Klavierspieler bin, und die Tests auch eher Quick und Dirty waren, also so der erste Eindruck. Ich spiele eher Unterhaltungsmusik, habe mir nach langer Auszeit ein gebrauchtes CVP-107 zugelegt, um auch ein wenig mit Begleitung spielen zu können. Bei mir stand daher auch der Klang immer im Vordergrund, nicht so sehr die Klaviatur (meine Technik ist eh mies)
    Allerdings: Ich kenne Digitalpianos seit den 80ern (war damals erstaunt, wie gut die klangen, weil ich bisher nur E-Pianos gekannt hatte), allerdings würde ich die Generation heute nicht mehr als brauchbar bezeichnen :-). Ich spiele wegen der Lautstärke auch meist über Kopfhörer. Habe somit schon einige Evolutionen mit gemacht und natürlich sind heutige deutlich besser, um das gleich vorweg zu nehmen.
    Schwächen damals:
    1. Kein guter Klang im mittleren Tonbereich (hier klangen sie doch sehr künstlich)
    2. Problem mit den Samplepunkten: damals konnten aus Speichergründen, noch nicht alle Tönen gesampelt werden: man behalf sich mE mit 5 Aufnahmen, der Rest wurde interpoliert/gerechnet: genau das konnte man hören, wenn man die Tasten einzeln anspielte: ab gewissen Tönen änderte sich die Klangfarbe: das mochte ich insbesondere bei Yamaha nicht so gerne, mochte damals Kawai eher (Kawai klang etwas dunkler , aber nicht schlechter)
    3. Über Kopfhörer klangen mE alle nicht besonders: ohne immer besser (persönliche Meinung)

    Yamaha hatte dann den ersten Sprung mE mit dem CLP-560 (Stereosampling) gemacht, aus meiner Sicht das damals beste Digi (fand ich sogar besser als der große Bruder 760, den ich als etwas dünn empfand. das 560 hab ich dann auch 27 Jahre gehabt.

    Wie sieht es mit den neuesten Generationen aus: Natürlich sind die inzwischen besser, keine Frage, trotzdem ist mein Eindruck zwiespältig:

    CLP Serie: das 645 mE gut, das 675 deutlich brillanter (was nicht besser heißen muss), das 685 wieder etwas dunkler (?).
    Kopfhörerausgang so lala: auch die neuen Binauralen Samples haben mich nicht vom Hocker gerissen, der große Aha Effekt hat sich bei mir nicht eingestellt: hab die dortigen Kopfhörer und meinen eigenen Sennheiser HD-560 Ovation 2 (letzter in Deutschland hergestellter und immer noch sehr guter Kopfhörer benutzt). Ein Verkäufer meinte: Um den Unterschied zu hören, braucht es gute Kopfhörer: wie gut denn? Audeze????
    Kopfhörerausgang immer zu leise (zumindest für meinen hochohmigen Sennheiser (sollte da nicht zumindest beim 685 mehr raus kommen?)

    CVP 7er Serie: Klavierklang o.k., wenn auch nicht besonders (die CLPs durch die Bank weg eigentlich besser)

    CSP: hatte im Musikhaus schon das CSP-150 ausprobiert, war o.k., war jetzt auf das 170 gespannt (hohe Verstärkerleistung), war aber enttäuscht: Klavierklang merkwürdig: wie bei den Uralten einige Tönen, die deutlich anders klangen: insbesondere das b = ais (kleine Oktave) und auch das daneben liegende a (habs mit zwei verschiedenen 170er ausprobiert, sowohl mit als auch ohne Kopfhörer). Das sollte doch bei den heutigen 88 Tasten Samples nicht mehr sein (?). solche Phänomene tauchten bei diversen anderen Digis (auch anderer Hersteller immer wieder auf: häufig war es im Bereich des f. Hab dazu auf der Messe immer wieder den vergleich mit echten Klavieren / Flügeln gemacht: da klangen diese Töne nicht anders
    Apsopos CSP: hab auch ein wenig mit dem Smart Pianist gespielt: an sich ein interessantes Konzept, zumal deutlich günstiger als die CVP Serie: das CSP-170 wird momentan etwa 2400 Euro neu gehandelt, das CVP-705 etwa mit 3850. Aber die Bedienung finde ich nicht wirklich gelungen: Wie soll man denn da live mit spielen: beim Live Spielen möchte ich doch ab und zu die Voice wechseln oder auch mal eine andere Variation der Styles (mit den Verschiedenen Fill-Ins probiere: beides gleichzeitig geht aber kaum: hab ich das so eingestellt, dass ich einen Fill-In machen kann, müsste ich beim Voice Wechsel erstmal in Menu, dann Voice auswählen, dann die Klanggruppe, dann die Voice: das ist doch sehr umständlich (?). Sicher, die Bilder von den Pianos sehen schön aus, aber ehrlich brauch ich das nicht: mein altes CVP-107 läßt sich deutlich schneller und intuitiver bedienen. wenn die Oberfläche so gestaltet wäre, dass sie einem CVP gleichkommt, wäre das einfacher (klar, Yamaha möchte natürlich auch nicht zu viel eigener Konkurrenz einführen für die CVPs, aber so mag ich es eigentlich nicht, oder wie seht Ihr das?

    N3X: hatte ich zum ersten mal gespielt: sehr merkwürdig: auch hier deutlich Artefakte bei einigen Tönen (ich meine im Bereich f), auch ohne Kopfhörer: Trotz der viel gelobten Lautsprecher und Verstärker. Fand ich wirklich nicht so schön.

    Neue Yamaha und Bösendorfer Samples: Ich bin kein Profi und sicher können Profis auch leicht ein Bösendorfer von einem Yamaha oder Steinway unterscheiden, mit einigen Erklärungen kann ich das dann auch , z.B.: https://www.youtube.com/watch?v=T2GYYV8JSqM
    Trotzdem: soooo groß finde ich die Unterschiede nicht. Die Samples beim Clavinova sind aber deutlich unterschiedlich, deutlicher als in Wirklichkeit, meine ich: Wurden hier besondere Filter eingesetzt, dann sind es aber ja nicht mehr die Original Flügel (?)

    Die neuen Trans Acustic Pianos: mit einem Wort: Wow..... aus meiner Sicht momentan DAS Konzept!. Leider bei Yamaha etwas eingeschränkt prüfbar, da im großen Raum mit viel Geräuschkulisse, aber Eindruck war super. Kawai hatte seinen neuen Prototyp K-500 Aures dafür in einen separaten Raum gestellt, das konnte man dann besser testen (soll im September auf dem Markt kommen). Auch hier: toller Klang: Das Digital Piano war kaum von dem echten zu unterscheiden. Dazu viele Möglichkeiten: echtes Klavier mit Streicher Begleitung etc. Alles, was über den Transducer kommt, kling voll und sehr schön. (Kawai meinte: Ihre in Zusammenarbeit mit Onkyo hergestellten TransDucer wären im Hochton Bereich besser, hatte ich leider keine Zeit mehr, um das nochmal zu überprüfen)..Erstaunlich: sowohl beim Yamaha als auch beim Kawai konnte ich problemlos Midi Files über USB mit Rhythmus Begleitung abspielen (obwohl Drum Kits als Voice gar nicht in der Auswahl war). Die Yamaha Vertreter schienen davon selber überrascht, der Kawai Vertreter meinte, dass die Voices sehr wohl eingebaut sind, nur nicht direkt anwählbar (hatte ich auch vermutet). Klang jedenfalls auch sehr schön. Für mich nicht so interessant, weil doch recht teuer und ich spiele meist über Kopfhörer. Aber wer daran denkt, sich ein Silence Piano zuzulegen, sollte sich das mal vorher anhören.
    So, das wars mit meinen ersten Eindrücken. Bitte keinen Shitstorm ala: Du hast eh keine Ahnung. Das ist meine persönliche Meinung (auch kein ausführlicher Test), würde aber gerne mal von anderen hören, was Euer Eindruck ist, insbesondere zu den Punkten:

    1. Bösendorfer und Yamaha Grand Piano Samples sehr unterschiedlich
    2. Spielen über Kopfhörer nach wie verbesserungswürdig (auch bei den Binaural Samples)
    3. Kopfhörerausgang gerade für hochohmige Kopfhörer eigentlich zu leise (auch bei den leistungsstarken Pianos)
    4. Einige Tasten klingen deutlich anders als der Rest bei einigen Pianos (z.B. beim CSP-170)
    5. Meinungen zum Smart Pianist Programm
    6. Meinungen zu den neuen TransDucer Klavieren?

    Vielen Dank für Feedback und Eure Meinungen dazu!
    VG
    Heinz
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